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  • Ein Reisebericht



    Von der Küste bis zu den Alpen


    Die Reise beginnt in einer kleinen Hafenstadt mit einem natürlichen Hafen, in dem sowohl Industrie- als auch Personenschifffahrt zu beobachten ist. Dem Hafen liegen Vorbilder des Hamburger Hafenszenariums sowie des Nürnberger Binnenhafens zugrunde. Durch den Bahnhof der Hafenstadt, dessen Empfangsgebäude in Insellage errichtet wurde, führen vier Durchgangsgleise und drei von der Regionalbahn genutzte Gleise. Von diesem Bahnhof gelangt man direkt an die Kaimauern des Industriehafens und an die Endstation für die Regionalbahn. Zu sehen ist neben einem "Sound"-798er, der seine Passagiere am Anleger abholt, auch ein "doppeltes Lottchen mit Sound"-V36er, welches in Konkurrenz mit einer V65 und V100 im Industriehafen rangiert.

    Landeinwärts gelangt man in einen landschaftlich sehr ansprechend gestalteten Bereich, der allmählich ansteigt und dem Harzer Bergland nachgestellt ist. Am Fuße der Berge verläuft die Hauptbahn, während die Nebenbahn an Höhe gewinnt. Der Hintergrund wird durch einen Gipssteinbruch mit Verladestelle dominiert, welcher einem Vorbild bei Osterrode/Harz nachempfunden wurde. Hier rangieren entsprechend Züge, um den neu gewonnenen Gipsbruch abzutransportieren. Mit diesem Bereich ist auch gleichzeitig das Ende des einen langen Anlageschenkels erreicht. In der Mitte der Anlage erstreckt sich ein zwölfgleisiger Hauptbahnhof einer mittelgroßen Stadt, der zugleich als Verkehrsknotenpunkt dient. In allen Bahnhöfen, so auch hier, warten über 500 Preiserlein auf den nächsten Anschlußzug und werden über Lautsprecheransagen entsprechend informiert. Hinter dem Empfangsgebäude erstrecken sich die Häuserzeilen der Altstadt und ein Kirchplatz, auf dem gerade ein Wochenmarkt stattfindet. Sofern hier die Bahnfahrt nicht beendet ist und im Taxi, Bus oder der Straßenbahn fortgesetzt wird, geht die Fahrt weiter Richtung Bayern.

    Während sich die Ausfallstrasse zwischen Industrie- und Kommunalbetrieben einem kleinen Luftkurort nähert, führen die Gleise der Hauptbahn durch die Industrieanlagen und weiter entlang am Bahnbetriebswerk. Hier beginnt der zweite lange Anlageschenkel mit dem Bahnbetriebswerk. Hinter diesem fängt die Neubaustrecke an, die mit drei Betonbrückenkonstruktionen über ein weit geschwungenes Tal führt, welches dem Altmühltal nachempfunden wurde. Der eilige Reisende wird seine Fahrt über diese Neubaustrecke im ICE oder IC fortsetzen. Der Genießer wird auf der alten Hauptbahn weiterfahren, um die eindrucksvolle Landschaft zu genießen. Der Urlauber wird eher die Regionalbahn wählen, die sich gemächlich in die Voralpenregion nach oben arbeitet. Dabei kann er entweder schon in einem kleinen Bahnhof im Altmühltal zum Wandern aussteigen und dort von einem hohen Aussichtsturm über die Täler schauen oder er fährt noch weiter in das Voralpenland, um dort eine Klettertour zu beginnen.

    Von dem Bahnhof im Altmühltal, dessen Ansagerin für die Zuginformationen unverkennbar aus Sachsen kommt, geht ein Stumpfgleis zu einem Sägewerk, welches öfters von einer BR212 mit einem Holzgüterzug angefahren wird. Desweiteren enden hier auch verschiedene Regional- oder kurze Güterzüge, bspw. tauchen hier auch die E 60, eine E75 oder "Sound"-218er mit Übergabezügen auf. Sowohl die Neubaustrecke als auch die im Tal verlaufende Hauptbahn erreichen allmählich das Voralpenland. Während die Hauptstrecken in den Tunnelöffnungen verschwinden, gewinnt die Nebenbahn an Höhe und erreicht am Fuße der Berge den Voralpenbahnhof.

     

    Dürnstein


    Wir beginnen unsere Fahrt in einem kleinen österreichischen Städtchen mit Feuerwehr, einer belebten Geschäftsstrasse mit Eisbuden, Cafes und Luftballonverkäufern. Leider fängt die Reise schon mit einer Verspätung an: Unser Sonderzug mit einer 310er und dem Orientexpress ist wohl von Linz kommend liegen geblieben. Daher wurde von der ÖBB ein Blauer Blitz als Ersatzzug bereitgestellt. Als wir gerade einen Fensterplatz in unserem betagten Dieseltriebzug erreicht haben, sehen wir unterhalb vom ÖBB Bahnhof eine 1099er mit ihrem Zug im Schmalspurbahnhof der Mariazellerbahn einfahren. So ein Ärger, den hätte ich gerne noch fotografiert. Na ja, beim nächsten Besuch klappt es dann bestimmt.

    Ein Pfiff und unser Blauer Blitz setzt sich in Bewegung. Unterhalb der Trasse sehen wir die Schmalspurstrecke der Mariazellerbahn mit ihrer romantisch geschwungenen Streckenführung sowie den Gasthof von Herrn Weber, wenn ich richtig gesehen habe, trinkt Herr Brandl dort gerade ein Bier. Ein Blick nach links oben lässt uns für eine Sekunde hinter Tannen die Burgruine Aggstein erhaschen. Einen Moment später hören wir ein dumpfes Grollen, was von der Stahlträgerbrücke, die uns über die Donau führt, her rührt. Unterhalb von uns ist gerade ein Schleppdampfer mit seinem Lastkahn stromabwärts unterwegs. Nachdem wir einen kurzen Natursteintunnel passiert haben, der sogar ein Stück länger ist, als der von Etterzhausen, sehen wir die Fähre kurz vor Dürnstein. Doch dann wird es dunkel. Wir sind gerade in den Schlossbergtunnel hineingefahren, der uns Dürnstein nur erahnen lässt.

    Kurzerhand entschließen wir uns, nach Verlassen des Tunnels, in Dürnstein auszusteigen und noch einen Stadtbummel zu unternehmen. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Neben dem "Blauen Haus", dem Kremser Tor, der Stadtbefestigung und der Klosteranlage, besichtigen wir die einmalige "Blaue Kirche". Nachdem wir durch die Grübelgasse zur Schiffsanlegestelle gelaufen sind, entschließen wir uns, noch eine Donaufahrt auf der "Dürnstein" zu unternehmen, die gerade Kurs auf den Anleger hält.